Weihnachtsgedichte vortragen – ein schönes Ritual!

Was gibt es Schöneres als ein Kind mit großen, runden Augen, das staunend vor dem Weihnachtsbaum steht, sich auf seine Geschenke freut? Und aufgeregt ist, weil die ganze Familie beieinander sitzt und das Weihnachtsfest grundsätzlich so schön ist? Eigentlich gibt es kaum etwas Schöneres, doch durch Weihnachtsgedichte zum Vortragen wird das Weihnachtsfest noch einmal so schön! Weihnachtsgedichte vortragen – das ist noch immer die schönste Art, die Bescherung zu beginnen. Wenn Kinder Weihnachtsreime aufsagen, tun sie das mit einer Begeisterung, die man sonst selten erlebt!


Die wohlverdiente Flasche Bier!

Es kommt ein Mann,
von ganz weit her
und sagt "Grüss Gott,
es weihnachtet sehr!"
Mit vollem Sack,
geht er in jedes Haus,
der Sack ist dünner,
wenn er kommt heraus.
Wenn alle Sachen
sind verteilt,
schnell nachhause
er dann eilt.
Nimmt vom Gesicht,
dann seinen Bart
und seufzt: "Ach ja,
der Tag war hart!"
Und geniesst
dies ihm gönen wir,
seine wohlverdiente
Flasche Bier!

Die Weihnachtskatastrophe

Heute Abend ist Bescherung,
zünden schnell die Kerzen an.
Mutter gibt eine Belehrung:
Passt schön auf, sonst brennt was an!

Eingepackt sind die Geschenke
und auf jedem steht der Name,
dass ich auch an alle denke,
ich noch im Gedächtnis krame.

Wo ist bloß das Päckchen hin?
Hatte es doch eingepackt.
Sind für Papa Socken drin
und die Bravo mit dem Akt.

Mutti kriegt von mir Pralinen,
meine Schwester einen Stift
für die Lippen, ich muss grienen,
weil die Farbe grün wie Gift.

In der Küche riecht es tüchtig,
Mam’ kommt schreiend angerannt.
Ich riech’s auch und denke flüchtig:
Ist die Weihnachtsgans verbrannt?

Mit Lametta, Kugeln, Spitze,
glänzt der Baum im Lichterschein
und weil ich davor jetzt sitze,
fällt mir noch was Tolles ein.

Ein Geschenk hab’ ich vergessen,
häng’ die Wurst an einen Zweig,
für den Dackelhund zum Fressen,
was ich diesem auch gleich zeig.

Doch der Hund kann’s nicht erwarten,
weil er am verhungern sei.
Zerrt den Baum bis in den Garten,
alle Kugeln sind entzwei.

Mutti ist total betroffen,
ringt verzweifelt ihre Hände.
Papa ist auch schon besoffen,
Weihnacht nimmt ein jähes Ende.

Ich bin wieder mal der Böse,
hab es doch nur gut gemeint.
Papa schimpft mit viel Getöse,
Mama sitzt am Tisch und weint.

Eins weiß ich auf alle Fälle
und dies eine schwör ich mir:
Schenk ihm nichts mehr, trotz Gebelle,
diesem unchristlichen Tier.